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Bettina Wulff, Rotlichtmilieu und PR

Was haben Bettina Wulff, das Rotlichtmilieu und die PR für ihr Buch “Jenseits des Protokolls” gemeinsam?

Erstere versucht die angebliche Verbindung zu dem Zweiten für das Dritte zu benutzen. So scheint es doch. Oder warum verklagt Bettina Wulff, Ehefrau des ehemaligen deutschen Bundespräsidenten Christian Wulff, ausgerechnet kurz vor Erscheinen ihres Buches Günther Jauch und Google? Diese sollen Gerüchte über ihre angebliche Rotlich-Vergangenheit verbreitet haben. Da kann es doch nur um medienwirksame Aufmerksamkeit für eine ansonsten eher unscheinbare Person gehen.

Gerade diese Unscheinbarkeit ist es doch, die Bettina Wulff zu schaffen macht. Wenn man im Rampenlicht steht, ist es ein Leichtes, ein noch so absurdes Buch zu verkaufen. Doch sie steht nicht im Rampenlicht. Will sie auch gar nicht. Oder etwa doch? Aus der öffentlichen Meinung war sie bereits verschwunden. Wen interessieren denn noch Gerüchte aus der Vergangenheit. Schnee von Gestern. Und dann platzt sie mit einem Paukenschlag in die Öffentlichkeit. Sie wärmt die alten Geschichten noch mal auf, denn außer, dass sie die Frau des ehemaligen Bundespräsidenten ist, hat sie eh nicht viel zu berichten. So geht sie in ihrem Buch auch nicht wirklich auf die Gerüchte ein, sondern wischt sie lapidar vom Tisch, indem sie behauptet, nie als Escort-Lady gearbeitet zu haben und dass das “absoluter Quatsch” sei.

Aus ihrem Leben erfährt man ansonsten so alltägliche Dinge, wie schwer sie es doch als First-Lady und Mutter hatte, gerne Jeans trägt und ein Tattoo ihren Körper ziert. Na und? Bis auf den Punkt mit der First-Lady könnte das auch in Biografien von Millionen anderer Frauen stehen. Der einzige Unterschied ist, dass die ihr Leben für so normal halten, dass sie nicht gleich ein Buch darüber schreiben müssen. Und wenn man schon heult, dass einem das ständige Beobachtet sein und der Medienrummel zu schaffen machte, der stellt sich doch nicht wieder freiwillig zur Schau und entblößt sein Leben der Welt.

Und dann will uns Bettina Wulff ernsthaft weismachen, dass ihre Klagen nur dem Schutz ihrer Kinder dienen? Irgendwie passt das für mich nicht zusammen. Denn gerade durch solche Aktionen werden ihre Kinder doch verstärkt mit Fragen konfrontiert, ob ihre Mutter wirklich eine Prostituierte sei.


[Bild]
Original: Fridolin freudenfett (Peter Kuley)

Discussion

2 Responses to “Bettina Wulff, Rotlichtmilieu und PR”

  1. Ich glaube, dass Wulff einfach die Publicity nutzen wollte und sich nun in den Folgen eigenen Handelns verstrickt.

    Posted by Maria do Socorro | 15. September 2012, 18:57

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